Hintergrund
Verhandlungen mit dem Bieterfeld sind insbesondere bei großvolumigen Vergabeverfahren und wenn komplexe Leistungen beschafft werden sollen aus Sicht der öffentlichen Auftraggeber zur Erzielung des wirtschaftlichsten Angebots nach Maßgabe von § 127 Abs. 2 GWB und § 17 Abs. 10 Satz 1 VgV geboten. Mehr noch können sie aus Bietersicht zur Ausräumung von Missverständnissen mit Blick auf die zu erbringende Leistung sowie zur Vereinbarung einer für beide Seiten tragbaren vertraglichen Grundlage sogar zwingend erforderlich sein.
Öffentliche Auftraggeber haben beim Führen von Verhandlungen ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen zu legen. Denn die Bieter verfolgen ihre Interessen mitunter ungeachtet etwaig entgegenstehender rechtlicher Vorgaben, die ohnehin nur den jeweiligen öffentlichen Auftraggeber binden. Ein zu großes Maß an Verhandlungsbereitschaft kann für öffentliche Auftraggeber insbesondere mit Blick auf die vergaberechtlichen Grundsätze der Transparenz und Gleichbehandlung unter Umständen problematisch werden.
Ferner bestehen bei öffentlichen Auftraggebern häufig Unsicherheiten beim Führen von Verhandlungen in Bezug auf den Ablauf bzw. die erforderlichen organisatorischen Vor- und Nachbereitungsmaßnahmen.
Nach Abstimmung der vertraglichen und leistungsbezogenen Rahmenbedingungen stehen öffentlichen Auftraggebern zur Optimierung der Preis-/Kostenkomponente der unterbreiteten Angebote verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung: Auktionsmodelle, wie etwa die Holland- oder die England-Ticker-Auktion, der Transfer bestimmter kalkulationsrelevanter Informationen ans Bieterfeld oder die Gewährung bestimmter Privilegien für die folgenden Verhandlungsrunden.
Die rechtlichen Grenzen und organisatorischen Maßnahmen, auf die öffentliche Auftraggeber bei der Ausgestaltung von Verhandlungen zu achten haben, werden im Rahmen dieses Seminars näher erläutert. Ferner werden verschiedene Verhandlungsstrategien und -methoden anhand von Beispielen veranschaulicht.
Ziel des Seminars ist es, öffentlichen Auftraggebern die erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln, um Verhandlungen rechtssicher zu gestalten, Ihre Interessen durchzusetzen und das wirtschaftlichste Angebot zu erzielen.
Die behandelten Themen werden durch etwaige einschlägige Rechtsprechung unterfüttert.
Teilnehmerkreis
Das Seminar richtet sich vorwiegend an öffentliche Auftraggeber, die einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen von Verhandlungen sowie Möglichkeiten erhalten wollen, ihre Interessen im Rahmen von Verhandlungen durchzusetzen und das wirtschaftlichste Angebot zu erzielen. Es ist insbesondere für Vergabestellen interessant, die komplexe oder großvolumige Vergabeverfahren durchführen und nicht bloß Standardleistungen beschaffen.
Seminarinhalte
Das Seminar ist in vier Teile gegliedert:
- Rechtliche Rahmenbedingungen für die Durchführung von Verhandlungen
- Grundlagen zum Ablauf von Verhandlungen / Organisatorische Vorfeld- und Nachbereitungsmaßnahmen
- Durchsetzung der auftraggeberseitigen Interessen
- Erzielung des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses im Wege strukturierter Verhandlungen

